Features

Donnerstag 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Das Völkerrecht

Spielregeln gegen die globale Unordnung (4). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch Ein Vertrag, den die beiden mesopotamischen Stadtstaaten Lagasch und Umma im Jahr 3100 v.Chr. schlossen, belegt: Schon lange vor unserer Zeitrechnung machten sich Herrscher nicht nur darüber Gedanken, welche Normen innerhalb ihres eigenen Machtbereichs gelten sollten. Sie waren auch an übergeordneten Spielregeln interessiert, die die Beziehungen diverser Herrschaftsgebiete zueinander ordnen sollten, also eine Art früher und rudimentärer Form des Völkerrechts. Das Völkerrecht - oder internationale Recht -, wie wir es heute kennen, entwickelt sich vor allem im 19. Und 20. Jahrhundert und wird im 21. Jahrhundert ständig erweitert. Umwelt, Weltraum und der virtuelle Raum sind nur einige aktuelle Beispiele. Recht auf der einen und die politischen Interessen der Staaten auf der anderen Seite stehen dabei in einem ständigen und komplexen Wechselspiel. Zwar gibt es inzwischen unzählige internationale Verträge und Abkommen, große Organisationen wie die UNO, internationale Gerichtshöfe und vieles mehr, doch deren Zuständigkeiten, Bedeutung und "korrekte" Auslegung sind häufig umstritten. Das zeigt sich beispielsweise bei der Frage, wann Gewaltanwendung, militärische Interventionen und Präventivschläge gerechtfertigt sind, oder was Vorrang hat - Wirtschaftsinteressen oder Rechte von Indigenen. Grundlegendes Ziel des Völkerrechts wäre es, die Voraussetzungen für eine stabile globale Friedensordnung festzulegen. Tatsächlich aber unterscheiden sich die Vorstellungen von Souveränität und Rechtsgestaltung zwischen den großen Spielern, den USA, der EU, China und Russland oft signifikant.

Donnerstag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Geplanter Verschleiß? Sollbruchstellen in Geräten Komplexe Produktwelt Verloren im Reich der Möglichkeiten Das Kalenderblatt 27.2.1693 Erste Frauenzeitschrift der Welt erscheint Von Anja Mösing Geplanter Verschleiß? - Sollbruchstellen in Geräten Autor: Lukas Grasberger / Regie: Martin Trauner Der Flachbild-Fernseher gibt den Geist auf - wenige Tage nach Ende der Garantiefrist. Ein Drucker produziert nur noch Fehlermeldungen: Das soll an einem versteckten Zähler liegen, der nur eine bestimmte Anzahl von Druckvorgängen zulässt. Geschichten, die nach Verschwörungstheorien klingen, sich aber in der Wahrnehmung der Verbraucher häufen. "Geplante Obsoleszenz" heißt der etwas sperrige Fachbegriff für die künstliche Verkürzung der Lebensdauer von Produkten. Dass Firmen absichtlich Sollbruchstellen einbauen, kommt vor, ist aber im Einzelfall schwer nachzuweisen. Öfter entsteht Obsoleszenz aus einem Zusammenspiel von Industrie und Kunden, die immer neue und bessere Geräte kaufen wollen. Für solche "Wegwerf-Elektronik" setzt kaum ein Hersteller auf lange Haltbarkeit. Doch angesichts der weltweiten, wachsenden Elektroschrottberge beginnt ein Umdenken: Gesetzesinitiativen für längere Haltbarkeit und bessere Reparierbarkeit sind auf dem Weg, neue Modelle des "Nutzens statt Besitzens" werden ausprobiert, um der ausufernden Obsoleszenz von Geräten entgegenzuwirken. Komplexe Produktwelt - Verloren im Reich der Möglichkeiten Autorin: Brigitte Kohn / Regie: Christiane Klenz Die Digitalisierung war eine Revolution im Aufkommen von Daten. Sie hat nicht nur die Kommunikation zwischen Menschen sehr schnell verändert, sondern auch das Verhältnis des Menschen zu den Dingen. Immer mehr Gebrauchsgegenstände sind internetbasiert, sie bieten immer mehr Funktionen und lassen sich häufig über das Smartphone steuern. Wir könnten uns auf eine Zukunft zubewegen, in der die Autos von alleine fahren, sich die Schränke auf Zuruf öffnen, der Kühlschrank von selbst die Lebensmittellieferung des Supermarkts veranlasst und die Arbeitsplatte in der Küche mit integriertem Touchscreen und integriertem Bildschirm ausgeliefert wird. Wird sich der Mensch irgendwann in einer Welt bewegen, in der die Dinge von selbst funktionieren? Und wie wird es ihm dabei gehen? Moderation und Redaktion: Iska Schreglmann

Donnerstag 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Reparatur der Zukunft

Casting neuer Ideen (4). Gestaltung: Sarah Kriesche, Ilse Huber, Viktoria Waldegger, Stefan Niederwieser, Margit Atzler, Irmgard Wutscher Unter [oe1.orf.at/zukunft|oe1.orf.at/zukunft] können Sie Projekte, Ideen und Initiativen einreichen, die die Zukunft im Jetzt reparieren wollen. Wir haben 12 ausgewählt und präsentieren sie im Laufe der Woche. *Ummadum - Eine App für Gemeinschaftsfahrer* Der Verkehr wird immer mehr, und das bringt auf den Straßen in Österreich viele Probleme. Zahlreiche Pendler sind aber trotz Öffi-Ausbau auf ein Auto angewiesen. Diese Autofahrten sollen aber zumindest besser genutzt werden, glauben zwei Start-Up-Gründer. Sie haben in Tirol die App gestartet. Mit einem Belohnungssystem sollen Pendler damit motiviert werden, Fahrgemeinschaften zu bilden. Und die einjährige Testphase dazu hat die Erwartungen übertroffen. Gestaltung: Viktoria Waldegger *Diskriminierung im Computercode - eine Masterarbeit* Die von der Europäischen Union geförderte Forschungsarbeit mit dem Titel "Gender in der Erforschung von Mensch-Maschine-Interaktion" widmet sich einem mitunter versteckten Problem, das mit der Digitalisierung einhergeht, dem Computercode. Viele Projekte in der Forschung und Entwicklung sind nämlich bereits im Design, und damit auch dem Code, - oft unbeabsichtigt - diskriminierend gegenüber Menschen, die nicht gewissen Normen (wie weiß, männlich, gesund) entsprechen. Förderstellen sind sich des Problems bewusst und versuchen, dem etwa mit Frauenförderung entgegenzuwirken. Allerdings, besonders innerhalb von Unternehmen und Institutionen ist man sich des Problems oft nicht bewusst und hat somit auch in Software(produkten) blinde Flecken. In ihrer Masterarbeit nimmt sich die Informatikstudentin Sabrina Burtscher der Herausforderung nicht nur theoretisch an. Sie bedient sich der Gamification und will ein Kartenspiel entwickeln, das Unternehmen und Einrichtungen verwenden können, um künftig eine Möglichkeit zu besitzen, die toten Winkel zu erkennen, die richtigen Fragen zu stellen und diese auch zu diskutieren. Gestaltung: Sarah Kriesche *CO2 Recycling - Aus dem Labor der Kepler Universität in Linz* Globale CO2-Emissionen kommen zu zehn Prozent aus der Industrie. Dabei könnte viel von dem Rauchgas in wertvolle Stoffe verwandelt werden. In Linz erforscht man an der Kepler Universität Katalysatoren, drei Jahre hat Sabrina Gonglach hier ein relativ unscheinbares Kohlestoffpapier entwickelt, das günstig ist und direkt vor Ort eingesetzt werden kann. Ethanol, Methanol und Essigsäure lassen sich so herstellen, der Wirkungsgrad ist hoch, bis zur Serienreife könnten einige Hindernisse auftauchen. Am Ende aber könnte ein beträchtlicher Teil des CO2-Kreislaufs geschlossen werden, es könnte viel CO2 erst gar nicht in die Luft gelangen. Gestaltung: Stefan Niederwieser

Donnerstag 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - London - ewiger Quell der Popmusik?

Eine persönliche Spurensuche (4). Gestaltung: Robert Rotifer Seit mehr als einem halben Jahrhundert, den Beatles sei Dank, ist London eine Welthauptstadt der Popkultur. Das war auch der Grund, warum der Wiener Journalist Robert Rotifer einst dorthin zog, um aus der Mitte der dortigen Szene zu berichten. 23 Jahre später fragt er sich, ob er bloß zu alt geworden oder die globale Strahlkraft, der vom Brexit und dem Niedergang der Musikindustrie gebeutelten britischen Hauptstadt tatsächlich verblasst sein könnte. In Soho, wo einst an jeder Ecke Live-Musik zu hören war, gibt es faktisch keine Live-Clubs mehr, die "Grassroots" des Live-Geschehens haben sich längst in den fernen Osten und Süden der Stadt verpflanzt. Doch selbst dort kämpft die Szene ums Überleben - meist ohne Gage. Solche Vorstadt-Phänomene gleichen eher jenen der Pop-Provinz als denen einer Pop-Metropole. Doch wenn die Dinge wirklich so schlecht stehen, woher kam dann die aktuelle Explosion der jungen Londoner Jazz-Szene? Und wenn nicht weiße Bands, sondern Grime-Stars wie Stormzy heute Londons musikalische Aushängeschilder sind, wieso ziehen sich dann die dämonisierten Drill-Rapper auf den Mikrokosmos per Youtube und auf der Straße ausgetragener Kleinkriege zwischen Bewohnern rivalisierender Postleitzahlen zurück? Oder manifestiert sich in all diesen parallel existierenden, kleinen Welten vielmehr das Ende der Ära des Hypes rund um das alle vereinende "next big thing"? In seiner Radiokolleg-Serie verlässt Robert Rotifer seine eingetretenen Pfade auf der Suche nach Londons junger Szene und der Zukunft der Popkultur.

Donnerstag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Wale Faszinierende Wanderer der Ozeane Pottwale Tauchmeister der Tiefsee Das Kalenderblatt 27.2.1693 Erste Frauenzeitschrift der Welt erscheint Von Anja Mösing Wale - faszinierende Wanderer der Ozeane Autor: Helmut Stapel / Regie: Kirsten Böttcher Wale faszinieren die Menschen wegen ihrer Größe, ihrer Intelligenz und ihrer Gesänge. Die geheimnisvollen Wanderer der Ozeane müssen immer wieder zur Wasseroberfläche kommen, um Luft zu holen - vom 30 Meter langen Blauwal bis zum Delphin. Das wurde den Walen fast zum Verhängnis. Durch intensive Bejagung standen in den 1930er-Jahre viele Arten kurz vor der Ausrottung. Inzwischen haben sich viele Bestände durch weltweite Schutzmaßnahmen wieder erholt und werden intensiv erforscht. Trotzdem gibt es noch viele Geheimnisse rund um die Meeressäuger. Tauchen Pottwale wirklich bis zu 3.000 Meter tief und was steckt hinter den Walgesängen? Mit eigens entwickelten Lauschstationen versuchen Forscher in der Antarktis, den Geheimnissen der Wale auf die Spur zu kommen. Doch vieles aus dem Leben dieser Meeresbewohner ist noch unerforscht. Buckelwale zum Beispiel ändern jedes Jahr ihren Gesang und bisher weiß niemand warum - nur eines der großen Rätsel rund um die Wale dieser Welt. Pottwale - Tauchmeister der Tiefsee Autorin: Mechthild Müser / Regie: Sabine Kienhöfer Sie gehören zu den Giganten der Meere, männliche Pottwale können bis zu zwanzig Meter lang werden, die Weibchen sind deutlich kleiner. Während die Männchen in fast allen Ozeanen zuhause sind, durchpflügen die Weibchen die wärmeren Gewässer der Subtropen und Tropen, um ihre Jungen großzuziehen. Sie leben in Gruppen und tragen gemeinsam die Fürsorge für den Nachwuchs. Auch Jungbullen bleiben noch zusammen, wenn sie losziehen, ältere Pottwale leben eher als Einzelgänger. Charakteristisches Merkmal der hochentwickelten Spezies ist ihr Kopf, er macht ein Drittel der Körperlänge aus und ähnelt einem Topf, daher der Name: Pottwal. Sie tauchen in ungeheure Tiefen, um Tintenfische und Kalmare zu ergattern. Ihre Beute spüren sie per Echolotung auf, ihre Klicks erreichen eine Lautstärke von bis zu 230 db, lauter ist kein Tier im Ozean. Bei früheren Walfängern war der Pottwal sehr beliebt, nicht nur wegen seiner dicken Fettschicht, sondern auch, weil sich in seinem riesigen Kopf eine feine Substanz befindet, die sich vielseitig verwerten ließ: Walrat. Heute gelten Pottwale als gefährdet und dürfen nicht gejagt werden. Moderation: Birgit Magiera Redaktion: Bernhard Kastner

Donnerstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Die gekränkte Gesellschaft Wie aus dem Gefühl der Entwertung eine Kultur des Miteinanders entstehen kann Von Lydia Heller Sind Kränkungen Ausdruck einer persönlichen Empfindlichkeit? Oder verweisen sie auf gesellschaftliche Ungerechtigkeiten? Kränkungen sind schmerzhaft und gehören doch zum Alltag. Menschen verletzen und werden verletzt - in Beziehungen, in Freundschaften, im Berufsleben. Psychologen zufolge geschieht das meist unabsichtlich, zugleich ist unsere Kränkbarkeit die häufigste Ursache zwischenmenschlicher Probleme. Oft folgen Rückzug und Depression, aber auch Aggression, Wut und der Wunsch nach Rache. Aber was passiert eigentlich, wenn wir uns im Innersten getroffen fühlen, was genau ist es, das dort verwundet wurde? Der Selbstwert? Oder doch vielleicht eher Ansprüche, die ohnehin überzogen waren? Und wenn ja, worauf waren diese Ansprüche gegründet, welchen Anteil haben Kultur und Lebensumfeld eines Menschen darauf, was dieser hinnimmt oder - schließlich mitunter wütend - einfordert? Sind Kränkungen immer Ausdruck einer persönlichen Schwäche oder Empfindlichkeit? Oder verweisen sie nicht vielmehr auf ganz reale Ungerechtigkeiten und diskriminierende Machtverhältnisse?

Donnerstag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Freispiel

Kurzstrecke 95 Feature, Hörspiel, Klangkunst Zusammenstellung: Julia Gabel, Marcus Gammel, Ingo Kottkamp, Johann Mittmann Produktion: Autorinnen u. Autoren / Deutschlandfunk Kultur 2020 Länge: 56"30 (Ursendung) Ungewöhnlich und nicht länger als 20 Minuten: Wir stellen regelmäßig innovative, zeitgemäße, radiophone Hörstücke vor. In der Kurzstrecke präsentieren wir heute unter anderem: Wir - übrigens Von Isabel Mehl, Pauline Jacob, Georg Conrad Android Poetry Von Uros Rankovic N.N-Zwischenliegend-non-calculable space, time and body Von Erika Matsunami Außerdem: Neues aus der "Wurfsendung" mit Julia Tieke Kurzstrecke 95

Donnerstag 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Das Völkerrecht. Spielregeln gegen die globale Unordnung (4). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch Reparatur der Zukunft. Casting neuer Ideen (4). Gestaltung: Mirela Jasic, Sarah Kriesche, Ilse Huber, Irmgard Wutscher London - ewiger Quell der Popmusik? Eine persönliche Spurensuche (4). Gestaltung: Robert Rotifer

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